Buch der Stunde

Kultur muss die Hand beißen, die sie füttert

Thomas Leitner
Feuilleton, FALTER 51/17 vom 20.12.2017

Seine größte Breitenwirkung erreichte der marxistische Literaturwissenschaftler Terry Eagleton, geb. 1943, mit seiner "Einführung in die Literaturtheorie", 1988 auf Deutsch erschienen und heute noch ein Standardwerk. Doch im Zentrum seines Interesses - kaum überraschend für einen Schüler von Raymond Williams, einem der Begründer der Cultural Studies -steht der Begriff der Kultur. Nach der Auseinandersetzung mit der Skepsis und dem Relativismus des Poststrukturalismus in "The Idea of Culture"(2000) und der Analyse des spirituellen Bankrotts der kapitalistischen Welt in "Der Tod Gottes und die Krise der Kultur" (dt. 2015) entwirft er nun das weite Spektrum dessen, was in der Neuzeit unter Kultur begriffen und ihr entgegengesetzt wurde - etwa Natur, Barbarei und Zivilisation.

Nicht um ein "wahrstes Wesen" geht es dem Autor, sondern um den "richtigen" Gebrauch des Begriffs. Die Berufung auf Kultur soll nicht zu elitärer Traditionsverwaltung einer "Hochkultur" oder zum Schutz eines ideellen

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