Sehnsucht nach dem Herzensland

Gewalt bestimmt das Bild des 2. Weltkriegs. Arno Geiger hingegen erzählt filigran vom Warten auf das Ende

Buchbesprechung: Sebastian Fasthuber
Feuilleton, FALTER 02/18 vom 10.01.2018

Dieser Roman über das Jahr 1944 hält den Ball flach. Der Mann aus Braunau wird darin "H." oder "der F." genannt und nur dann erwähnt, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Auch der Holocaust und die großen Schlachtfelder sind bloß am Rande Themen von "Unter der Drachenwand". Ein junger Mann versteckt sich darin am Mondsee im Salzkammergut vor dem ihm zunehmend verhassten Krieg.

Lediglich die ersten paar Seiten spielen an der Front in Russland. Irgendwo am Dnjepr haben Veit Kolbe während eines Rückzugsmarschs ein Paar Granatsplitter erwischt. Die Verletzung bereitet große Schmerzen, aber es hätte schlimmer kommen können. Die Hauptsache ist: "Das unbeschreibliche, mit nichts zu vergleichende Gefühl, das man empfindet, wenn man überlebt hat." Er wird in ein Lazarett im Saargebiet gebracht und darf schließlich bis zu seiner Genesung heim nach Wien.

Zu Hause fühlt er sich dort nicht. Die Gespräche mit den Eltern empfindet er als beklemmend, der Vater schwingt noch immer Reden

ANZEIGE
  920 Wörter       5 Minuten

Sie haben bereits ein FALTER-Abo?


Sie nutzen bereits unsere FALTER-App?
Klicken Sie hier, um diesen Artikel in der App zu öffnen.

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Jetzt abonnieren und sofort weiterlesen!

Print + Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • Wöchentliche Print-Ausgabe im Postfach
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren

1 Monat Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
Jetzt abonnieren

Digital

  • FALTER sofort online lesen
  • FALTER als E-Paper
  • FALTER-App für iOS/Android
  • Rabatt für Studierende
Jetzt abonnieren
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Feuilleton-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!