Erscheinungen Personen, Trends, Kampagnen

Der Leser als Genossenschafter

BETRACHTUNG: BENEDIKT NARODOSLAWSKY
Medien, FALTER 03/18 vom 17.01.2018

Es ist ein Statement gegen die schnelle Fülle: "Wir versprechen, nicht mehr als drei Artikel oder Produktionen pro Tag zu veröffentlichen." So wirbt die Nachrichtenseite republik.ch um Abonnenten. Das Schweizer Journalismusprojekt mit Sitz in Zürich ging diese Woche online und hatte im Vorfeld im gesamten deutschsprachigen Medienmarkt für Furore gesorgt.

Das Crowdfunding vor dem Projektstart lief derart erfolgreich, dass die gesetzten Ziele schon nach wenigen Tagen weit übertroffen wurden. Die ersten beiden Sätze des eigenen Republik-Manifests: "Ohne Journalismus keine Demokratie. Und ohne Demokratie keine Freiheit." Derzeit ist die Finanzierung schon für zwei Jahre gesichert. Um unabhängig zu sein, verzichten die Macher auf Werbung und setzen allein auf die Finanzierung durch ihre Leser, die 240 Franken (rund 200 Euro) im Jahr zahlen und damit zu Genossenschaftern des Verlags werden.

Inhaltlich beackert das Onlinemedium die Felder Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Chefredaktion wechselt alle sechs Monate, die Redaktion veranstaltet regelmäßige Treffen mit ihren Lesern in der Bar unterhalb der Redaktion.

Gründungsväter des neuen Mediums sind Constantin Seibt, der früher für den Tages-Anzeiger schrieb, und Christof Moser, ein ehemaliger Weltwoche-Mitarbeiter. Mit an Bord ist auch die ehemalige Wiener Zeitung-Journalistin Solmaz Khorsand, die erst vergangene Woche mit dem Wiener Journalistinnenpreis ausgezeichnet wurde. Die ersten Artikel handeln von Facebook, Trump und Merkel. Erster Eindruck: nichts wirklich Neues. Aber alles in guter Qualität. Ein Medium mit spannendem Konzept und Potenzial.

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