Stadtrand Urbanismus

Steht denn das alte Holzmahnmal noch?

Barbara Tóth
Stadtleben, FALTER 03/18 vom 17.01.2018

Puristen putzen ihn schon am Dreikönigstag, dem 6. Jänner, ab und entsorgen ihn an einer der von der fabelhaften MA 48 eingerichteten 530 "temporären Christbaumsammelstellen". Dort schaut es dann noch hübscher aus als vor Weihnachten, wenn rund um die Christbaumverkäufer über Nacht kleine Nadelwälder mitten in der Stadt wuchern. Christbäume, kreuz und quer auf einem Haufen, im öffentlichen Raum, das hat was von sorgloser Öko-Anarchie, die der Stadt ohnehin schmerzlich fehlt.

Es gibt aber auch Wienerinnen und Wiener, die halten an ihrem Christbaum fest, solange es geht. Auch über den 14. Jänner hinaus, den offiziell letzten Tag, an dem die MA 48 sie annimmt. Man sieht sie abends in den erleuchteten Wohnzimmern stehen, vielleicht schon ein wenig traurig und müde, aber immer noch geschmückt und schön.

Sind sie aus Plastik? Wenn nicht: Werden sie zersägt und im Ofen verheizt? Sind sie Erinnerung und/oder Mahnmal an den am 24. Dezember geschlossenen Familienfrieden/Ehestreit? Gibt es so etwas wie ein Christbaumabnabelungsproblem? Und wenn ja, wer außer der MA 48 kann einem dabei helfen?

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