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NINA HORACZEK
Medien, FALTER 03/18 vom 17.01.2018

Das hat sich Platon wohl anders vorgestellt, als er seine "Politeia" schrieb. "Vom Philosophen Platon inspiriert, denkt Herbert Kickl heute für die FPÖ", berichtete die Kronen Zeitung vorige Woche über den Innenminister. Als Kronzeuge dient Verkehrsminister Norbert Hofer, der in der Krone meint, Kickl sei "ein Philosoph, dem Humanismus ein großes Anliegen ist". Deshalb wird Kickl wohl auch Asylwerber nur ganz human "konzentrieren". Aber keine Angst, die Freude am Denken ist nicht nur Privileg des blauen Flügels. Auch in der türkisen Reichshälfte gibt es einen Philosophen. Dieser hat zwar nicht wie Kickl die "Phänomenologie des Geistes" von Georg W. Friedrich Hegel auf dem Nachtkasterl, wie wir aus Österreich erfahren. Sondern Daniel Glattauers "Ameisenstraße".

Ein großer Philosoph ist der neue Finanzminister Hartwig Löger trotzdem. "Man bezeichnet mich als Seneca", erzählte Löger dem Kurier. Der Finanzminister verriet auch gleich sein Lieblingszitat des großen Stoikers: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Das ist zwar von Erich Kästner, aber auch große Philosophen können einmal irren.

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