Sport Glosse

Wie gut Marcel Hirscher wirklich ist, wird sich in Südkorea herausstellen

Johann Skocek
Stadtleben, FALTER 03/18 vom 17.01.2018

Der einzige österreichische Skifahrer, der derzeit verlässlich Rennen gewinnt, ist Marcel Hirscher. Er hat keine großen Gegner, bloß der Norweger Henrik Kristoffersen ist fast auf demselben Niveau.

Hirscher hat den Weltcup sechsmal en suite gewonnen und wird das heuer wahrscheinlich zum siebten Mal tun -nicht echt schlecht. Bei Olympia in Vancouver 2010 blieb ihm eine Medaille versagt, in Sotschi 2014 gewann er im Slalom hinter dem Rennopa Mario Matt die Silberne. Wenn er diesmal keine Goldene gewinnt, bleibt Hirscher ein Unvollendeter.

Das können noch so viele Siege und Sprüche nicht übertünchen. Olympische Goldmedaillen tragen die Erinnerungen, die besonders zählen. Die drei Goldenen Anton Sailers in Cortina d'Ampezzo 1956 bildeten den Grundstein zur Neugründung der Zweiten Republik als Erfolgsmodell. Hirscher trägt das Handicap, für Abfahrtsrennen nicht die Nerven zu haben. Abfahrer sind die Besonderen, wie die Fußballer, die die Tore machen. In einer Sportart, der im Weltcup und besonders in Österreich Charismatiker ausgehen, mag das im Moment nicht tragisch sein.

Ändern könnte dieses Manko eine Goldmedaille. Oder zwei.

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