Die Razzia bei den Recken

FALTER exklusiv: Die Staatsanwaltschaft fand bei der Burschenschaft von Hofer-Mitarbeiter Herwig Götschober ein neues Naziliederbuch. Vizekanzler Strache und Verkehrsminister Norbert Hofer kommen in massive Erklärungsnot.

Florian Klenk
23.02.2018

Foto: GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Am Mittwoch Mittag, Falter-Chefreporterin Nina Horaczek hatte gerade ihre neuesten Recherchen über die Burschenschaft Bruna Sudetia veröffentlicht, alarmierte die Staatsanwaltschaft Wien das Landesamt für Verfassungsschutz. Die Behörde wurde per Hausdurchsuchungsbefehl angewiesen, gemeinsam mit einem Trupp uniformierter Beamter in der Bude der schlagenden Burschenschaft vorstellig zu werden. Die Medien wurden diesmal nicht informiert. Alles lief geheim und nach Plan.

Fünf Beamte blätterten durch die dort stehenden Bücher, stiegen hinab in die Archive der Recken und beschlagnahmten Material, das einen ganzen Kofferraum der Beamten füllte. Vizekanzler Heinz Christian Strache und Verkehrsminister Norbert Hofer, die sich während dieser Razzia noch demonstrativ hinter die Burschenschaft gestellt und den Falter mit Klagen einschüchtern wollten, kommen nun in Erklärungsnot. Denn im Vorstand der Bruna Sudetia sitzt ein enger Mitarbeiter von Verkehrsminister Norbert Hofer: Herwig Götschober. Der „alte Herr“ hat sich mittlerweile beurlauben lassen.

Wie Falter-Recherchen zeigen, hat das einen triftigen Grund. Die Polizisten haben nämlich höchst brisantes Material gefunden. So wurde auf Götschobers Bude ein bislang unbekanntes Naziliederbuch beschlagnahmt, in dem wieder das Lied mit der Strophe „Wir schaffen die siebte Million“ enthalten ist. Somit liegt den Behörden nun bereits das dritte (!) Gesangsbuch vor, in dem der Holocaust verlacht und beschworen wird. Das Buch ist etwa 100 Seiten dick, gebunden und hat die Größe A5. Es ist nicht ident mit dem Liederbuch, über das Nina Horaczek in der aktuellen Ausgabe des Falter berichtet hat und das der Falter den Behörden übergeben hat.

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