IT-Kolumne

Digitalia


Anna Goldenberg

Medien, FALTER 10/18 vom 07.03.2018

Gehören Sie zu den 109 Millionen Abonnenten der Online-TV-Plattform Netflix, sind Ihnen die ungewöhnlich klingenden Filmempfehlungen bestimmt schon aufgefallen. Mir bietet der Streamingdienst eine Reihe von "düsteren Filmen, die auf Büchern basieren", darunter "A Clockwork Orange" und "Twilight". Hinter dieser Literaturwissenschaftler zum Haareraufen veranlassenden Kombination steckt natürlich ein Algorithmus, der Nutzerdaten (welche Filme sehe ich wann) mit Stichwörtern kombiniert. Letztere werden von rund 30 Angestellten erzeugt, die sich alle Shows ansehen und mit bis zu je rund 300 Bezeichnungen charakterisieren -"düster","Literatur" und so weiter. (Zurzeit sind alle Stellen besetzt, hab schon nachgeschaut.)

Übrigens wird auch das zur Filmempfehlung gezeigte Vorschaubild vom Algorithmus bestimmt. Bevorzugen Sie romantische Filme, sehen Sie beim Eintrag für "Good Will Hunting" ein Foto des Hauptdarstellerpärchens; haben Sie es lieber lustig, wird Ihnen Robin Williams, bekannt für seine Rollen in Komödien, angezeigt.

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