TV-Kolumne

Zeit am Schirm


Birgit Wittstock

Medien, FALTER 10/18 vom 07.03.2018

Fernsehen und Millennials: eine krisengeschüttelte Beziehung. Fernsehen und Angehörige der iGen: bestenfalls ein One-Night-Stand. Weil es so schwierig ist, die Jugend vom Tablet zum Bildschirm zu bewegen, sie aus den Weiten der Videoon-Demand-Freiheit und des Youtube-ADHS in die Enge eines linearen TV-Programms zu zwingen, bedeutet das für so manchen Fernsehsender den Niedergang beziehungsweise die logische Konsequenz: die Umstellung auf reinen Internetkanal. So geschehen etwa mit BBC Three, dem jungen TV-Kanal der britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC, der seit Februar 2016 nur noch online existiert.

Gleichzeitig wurde dem Kanal das Budget um die Hälfte, nämlich auf rund 33 Millionen Euro, gekürzt. Trotzdem kann man auf BBC Three immer noch einige gute Kurzdokus, aufbereitet für die Altersgruppe von 16 bis 34, streamen. Etwa die Mini-Serie "Love and Drugs on the Street: Girls Sleeping Rough", die junge obdachlose Frauen begleitet. Bleibt nur zu hoffen, dass diese britische Version von Vice nicht demnächst weggenetflixt wird.

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