"Das System hat die Eskalation in sich"

Alexander Maly, Wiens oberster Schuldnerberater, verabschiedet sich in die Pension. Ein Gespräch über wild gewordene Banken und schnellen Konsum


Interview: Nina Horaczek

Politik, FALTER 13/18 vom 28.03.2018

Es ist ein unscheinbares Haus in Wien-Mitte gleich neben der Autobahn, in dem jenen geholfen wird, denen das Wasser bis zum Haus steht. Vor 30 Jahren hat der Sozialarbeiter Alexander Maly begonnen, eine Beratungsstelle für schwer verschuldete Menschen aufzubauen. Nun geht er in Pension und erklärt dem Falter zum Abschied, wieso jeder einmal bei der Schuldnerberatung landen kann und welchen Anteil die Banken an der hohen Verschuldung im Land haben.

Falter: Von Bertolt Brecht stammt die Frage: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Verstehen Sie das?

Alexander Maly: Ja, sehr gut, vor allem dort, wo die Banken ihr Geschäftsmodell stark verändert haben. Im Nachkriegsösterreich waren Banken stark genossenschaftlich organisiert oder im staatlichen Eigentum. Sie mussten nicht zwingend möglichst viel Rendite erwirtschaften. Das änderte sich Anfang der 1980er-Jahre, als Banken in Aktiengesellschaften umgewandelt wurden und Geld an die Aktionäre abliefern mussten.

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