Gelesen Bücher, kurz besprochen

In eigener Sache

Politik, FALTER 17/18 vom 25.04.2018

Cecily Corti ist eine außergewöhnliche Frau, seit 15 Jahren betreibt die Citoyenne (und Witwe des Journalisten und Publizisten Axel Corti) die VinziRast, ein Projekt, das obdachlosen Menschen Wohnraum, Jobs und Würde bietet -unter anderem mit Unterstützung des Bauunternehmers Hans Peter Haselsteiner. Weil so ein Anlass gebührend gefeiert werden muss, ist nun im Falter Verlag ein ungewöhnliches Buch erschienen, und das kam so: Die Nichte Cortis, die in Paris lebende Autorin und Illustratorin Elsie Herberstein, besucht seit Mitte der 1990er-Jahre immer wieder die VinziRast-Projekte in Wien -in der Tasche ihre Skizzen-und Notizbücher. So entstanden unentwegt kleine Graphic Novels, literarische Miniaturen und Porträts über das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner in den Obdachlosenheimen ihrer Tante. Man erfährt nicht nur einiges über das Lebensprojekt Cortis, sondern auch über die soziale Lage einer deklassierten Schicht von Menschen, viele zugewandert aus dem Osten. Herberstein erzählt über die liebevolle Renovierung eines alten Zinshauses in Meidling, das heute als Asyl dient, sie berichtet über die Werkstätten, die den Bewohnern wieder Würde und Respekt geben, über das gemeinsame Kochen oder einfach nur über die vielen guten Seelen in den VinziRast-Einrichtungen, die sich einer Politik der Abweisung tagtäglich entgegenstellen.

Elsie Herberstein: Elsies Reise durch die VinziRast, Falter Verlag, 112 S., € 19,90

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