Ein Freispruch aus dem Verteidigungsministerium

Das Verteidigungsministerium hat das Massaker vom Golan untersucht. Es sieht keine Verfehlung bei den österreichischen UN-Blauhelmen. Im Gegenteil. Nun sind Justiz und UNO am Wort.

Florian Klenk
05.06.2018

Foto: Screenshot FALTER-Video

Es war ein schreckliches Video vom Golan, das der Falter im April zugespielt bekommen hatte und es sorgte für internationale Schlagzeilen. Ein weißer Pick Up mit neun Angehörigen der berüchtigten und brutalen Geheimpolizei Muchabarat kurvt am 29. September 2012 eine staubige Bergstraße entlang. Der Wagen fährt entlang der israelischen Grenze ins Hermon-Gebirge, das von der UNO beobachtet wird. Plötzlich eröffnen Schmuggler oder Rebellen – die späteren Berichte sind hier undeutlich – das Feuer. Alle Polizisten und ein Rebell sterben. Angeblich sei ein Streit um einen erschossenen Esel eskaliert, heißt es später in einem knappen Bericht.

Ein damals 22jähriger österreichischer UN-Soldat filmte das Massaker von seinem Posten aus und kommentierte es. „Ana is scho owegfolln!“, sagt er in die Kamera während er dokumentiert, wie die Männer buchstäblich zusammengeschossen werden. Der Film zeigte nicht nur, wie österreichische UN-Blauhelme den Massenmord kommentieren, sondern auch, dass sie ihn kommen sahen. Die politisch und strafrechtlich wichtige Frage lautete daher: Hätten die UN-Blauhelme das Massaker durch eine Warnung verhindern können? Hätten sie es verhindern müssen? Und wenn ja, zu welchem Preis?

Die syrischen Geheimpolizisten – eine Art Gestapo von Syriens Machthaber Baschar Al-Assad – passierten nämlich vor ihrer Ermordung einen Checkpoint der Österreicher. Die Syrer fragten nach dem Weg, wie die Videos belegen. Und ein Österreicher murmelt, als die Syrer winkend heranrollen: „Winkts nur, solange ihr noch könnts!“.

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