Stadtrand Urbanismus

Coffee to go aus der Trafik

Tom Rottenberg
Stadtleben, FALTER 37/18 vom 12.09.2018

Dass die Kaffeehausbetreiber nicht jubeln würden, war klar. Wobei sich schon die Frage stellt, ob Mitnehmkaffeetrinker, die ab sofort eben auch in der Trafik Kaffee bekommen, überhaupt auf die Idee kämen, statt "to go""to sit &stay" zu ordern. Egal. Seit Anfang September finden sich Take-away-Heißgetränke im sogenannten "Nebenartikelkatalog", der Liste jener Waren, die ein Trafikant eben auch verkaufen darf. Dass mehr als 15 Prozent der Trafiken eine Kaffeemaschine aufstellen werden, glauben aber nicht einmal ihre Standesvertreter.

Interessanter ist in diesem Kontext aber eine andere Zahl: In Deutschland gehen, sagt die Deutsche Umwelthilfe, stündlich 380.000 Coffee-to-go-Becher über die Budel. 2,8 Milliarden jährlich. Ergibt 40.000 Tonnen Einwegbecher: Müll. München und Hamburg haben längst mit einem Pfandsystem reagiert. Und in Münchens öffentlichen Gebäuden dürfen keine Einwegbecher mehr ausgegeben werden.

Für Wien (70 Mio. Becher, knapp 1000 Tonnen) kündigten die Grünen im Sommer 2017 eine Coffee-to-go-Recyclingbecher-Initiative an. Ihre Halbwertszeit entsprach exakt der eines Coffee-to-go-Bechers.

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