Kunst Vernissagen

Wenn Bilder bluten: Verwundung in der Kunst

Lexikon, FALTER 37/18 vom 12.09.2018

Mit seiner neuen Ausstellung "Zeige mir deine Wunde" bezieht sich das Dommuseum auf eine Installation von Joseph Beuys aus dem Jahr 1974. Der deutsche Künstler schrieb diese Aufforderung damals auf zwei Schultafeln, vor denen er Leichenbahren positionierte und so ein modernes Memento mori schuf. In dem am Stephansplatz gelegenen Museum geht es um die künstlerische Darstellbarkeit von Verletzung -im physischen ebenso wie im psychischen und im gesellschaftspolitischen Sinn. Dafür werden Kunstwerke vom Mittelalter bis heute versammelt. Die Pfeile, die ein Altmeistergemälde von Jan de Beer im Körper des heiligen Sebastian darstellt, rücken in der Schau ebenso in den Fokus wie moderne Traumata, die zum Beispiel das Video "Wonderland" von Erkan Özgen anhand eines gehörlosen Flüchtlingsjungen aus Syrien zeigt.

Dommuseum, Mi 19.00 (25.8.19)

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