Zeit am Schirm

Matthias Dusini
Medien, FALTER 37/18 vom 12.09.2018

Armes Deutschland, hieß es nach den Ausschreitungen in der deutschen Stadt Chemnitz. Gemeint waren damit nicht die Aufmärsche von Rechtsradikalen, sondern die Berichterstattung darüber. Die ARD etwa hatte über eine "Stadt in Aufruhr" berichtet und war dafür in den sozialen Medien mit Spott und Hohn bedacht worden. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht unparteiisch zu berichten, sondern im Zweifelsfall "pro refugees". Statt über den ermordeten Deutschen zu berichten, würden besorgte Bürger als Nazis diffamiert.

Proteste gegen den "Staatsfunk" gab es immer schon. Früher waren es die Linken, die eine Gegenöffentlichkeit aufbauten, heute opponieren die Rechten gegen "Systemmedien". Anders als in den 1970er-Jahren geht die Distanz des Publikums mit schwindenden Einschaltquoten einher. Die Kritik an bestimmten Beiträgen kommt von Leuten, die deren Inhalte nur vom Hörensagen kennen. Die Kontroverse fand früher unter einem gemeinsamen Dach statt, heute trennt der Graben Nochseher von TV-Abstinenzlern. F

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