Landrand Ruralismus

In der Buckligen Welt

Gerlinde Pölsler
Landleben, FALTER 38/18 vom 19.09.2018

Ist in Österreich das Gebirge auf dem Vormarsch? Gilt es, sich immer steilere Straßen hinaufzukämpfen, über zunehmend holpriges Gelände zu rumpeln? Schaut man sich die verkauften Neuwagen an, könnte man das meinen: Schon jeder dritte ist ein SUV, im Bezirk Liezen mehr als jeder zweite. Und wer könnte es den Obersteirern verübeln, glaubt man doch auch in Wien-Liesing unwegsamstes Gelände unter sich zu haben: 46 Prozent SUV-Anteil bei Neukarossen.

Dabei sind die Blechberge irrational von vorn bis hinten, all die viereinhalb Meter (und mehr) Stoßstange-Stoßstange. Schwer, breit und an PS aufgepumpt, verbrauchen die teuren Dinger Unmengen an Sprit. Statt wie in der Werbung durch einsame Landschaften zu rollen, verstopfen sie die Städte. Für alle anderen machen sie den Verkehr gefährlicher, ihre Unfall-"Gegner" werden tendenziell schwerer verletzt.

Bitter, wenn Hersteller wie Mercedes und Audi mit Pomp und Trara ihre Zukunftsmodelle präsentieren -vollelektrisch!! - und das wieder SUV sind. Klar: Die Geländewagen bringen deutlich höhere Margen ein. Aber bitte dann nicht von Mobilitätswende oder "sauberem Fahren" reden. Das ist nämlich Blech.

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