Kommentar Thema Obdachlosenvertreibung

Wenn ein Problem erst durch seine Lösung entsteht

TOM ROTTENBERG
Falter & Meinung, FALTER 38/18 vom 19.09.2018

Die Nachricht war klein, kurz, unauffällig. Eine jener Kurzmeldungen, deren Fotos in den Grastiblättern mit der Kennung "Leserreporter" versehen sind. Weil halt ein Leser oder eine Leserin etwas Auffälliges sah, es mit dem Handy festhielt, das Bild einschickte und sich - bei Veröffentlichung - über 50 Euro Taschengeld freut: Dieses Versprechen macht aus einfachen Spaziergängern und Flaneuren sehr schnell aufmerksame, luchsäugige Beobachter.

Das Bild zeigte in Wirklichkeit nichts: einen Spazierweg. Gebüsch. Auf dem Boden lag was. Müll? Eine Tasche? Ein Schlafsack? Hatte das jemand weggeworfen? Oder war es ungeschickt versteckt?

Freilich: Dass das Zeug hier nicht hergehörte, war offensichtlich. Das stand auch so im Text der kleinen Geschichte: Acht Jahre lang, hieß es, habe ein Obdachloser hier gelebt - jetzt habe man ihn entdeckt. Habe sein Lager geräumt. Das "hier" war beschrieben: Es lag im Prater. Am Donaukanal. Nahe einer Brücke.

Keine Frage: Erlaubt ist das nicht. Die Wiener

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  429 Wörter       2 Minuten

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