Sport Glosse

Nichts verkauft sich so gut wie Träume - FIFA und IOC kassieren den Profit

Johann Skocek
Stadtleben, FALTER 47/18 vom 21.11.2018

Vor ein paar Tagen veranstaltete die Universität Klagenfurt ein Symposion zum Thema "Sport am Limit". Hunderte Zuhörer. Der Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer las aus seinem kommenden Buch "Sport 2020": IOC, FIFA und UEFA sind Vorposten des menschenverachtenden Neoliberalismus. Stimmt.

Die Juniorenweltmeisterin im Siebenkampf, Sarah Lagger, und der Radprofi Marco Wallner erzählten von ihrem Traum, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Auch wahr. In der vergangenen Woche deckte die Süddeutsche Zeitung auf, dass Präsident Gianni Infantino die FIFA an ein Finanzkonsortium verkaufen will. Infantino wäre Aufsichtsratsvorsitzender des Konsortiums. Es geht um 25 Milliarden Dollar, und Infantinos Initiative ist bloß die zweitgrößte Überraschung.

Die Welt hat Platz für viele Träume. IOC, FIFA und UEFA streifen den Profit aus dem Handel mit Sportlerträumen ein. Die sind deswegen nicht suspekt, und Typen wie Infantino spekulieren mit dem Glauben von Millionen an sie. Das ist die Grundverfassung des Sports. Der Plan Infantinos ist keine Überraschung und kein Tabubruch, er ist bloß ein letzter, konsequenter Schritt in das totalitäre Regime des Kapitals. F

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