Erscheinungen Personen, Trends, Kampagnen

Eine Vermessung des Podcasts in Österreich

Bericht: Anna Goldenberg
Medien, FALTER 06/19 vom 06.02.2019

Podcasts, also abonnierbare, meist kostenlose Audiodateien, gibt es schon seit Mitte der 2000er-Jahre, in Österreich sind sie erst in den letzten Jahren beliebt geworden. Beinahe täglich, so scheint es, kommt ein neuer hinzu. Die Medienbeobachter META Communication International haben nun erstmals erhoben, wer in Österreich welche Podcasts produziert. Inkludiert wurden rund 800 Podcasts - wobei dazu auch Inhalte zählten, die zuvor im Radio oder Fernsehen ausgestrahlt und auf Podcast-Plattformen verfügbar gemacht wurden.

Knapp die Hälfte der österreichischen Podcasts werden von unabhängigen Betreibern produziert, hinter denen keine Medienhäuser (40 %) oder Firmen und Organisationen (12 %) stecken. META Communication hat diese nach Themen eingeteilt: Ein Viertel beschäftigt sich mit dem Thema Gesellschaft, 14 Prozent mit dem Bereich Kunst und Kultur, zehn Prozent handeln von Lifestyle und Persönlichkeiten.

Überrascht habe ihn, wie viel Potenzial es noch gäbe, erzählt Harald List, der für die Erhebung verantwortlich war (und selbst den Podcast "Bruttofilmlandsprodukt" über österreichischen Film betreibt). Die "ZiB 2" hat beispielsweise erst kürzlich damit begonnen, ihre Interviews als Podcasts zur Verfügung zu stellen. "Das war so was von aufgelegt", so List.

Unter jenen Podcasts, die von Medienhäusern produziert werden, ist der ORF, der auch seine Radioinhalte zur Verfügung stellt, klar der Platzhirsch. Von der Jungen Volkspartei bis zu den Grünen Währing betreiben zahlreiche politische Gruppierungen Podcasts; auch religiöse Inhalte gibt es viele. Die Erhebung inkludierte Podcasts, von denen im vergangenen Jahr zumindest eine in Österreich produzierte Episode veröffentlicht wurde. Wie viele Hörer diese haben, ist nicht bekannt.

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