Digitalia

IT-Kolumne


Anna Goldenberg

Medien, FALTER 07/19 vom 13.02.2019

Erinnern Sie sich an den US-amerikanischen Kongressabgeordneten Anthony Weiner, dessen Karriere ein jähes Ende nahm, weil er Nacktfotos an Frauen verschickte? Wir erleben gerade wieder, wie mit "dick pics", also Fotos des besten Stücks, Politik gemacht wird. Vor einigen Wochen veröffentlichte die US-Boulevardzeitung National Enquirer einen Artikel über eine Affäre von Amazon-Chef Jeff Bezos. Bezos ließ daraufhin untersuchen, wer die persönlichen Informationen weitergegeben hatte. Daraufhin wurde er vom Enquirer bedroht: Wenn er nicht aufhöre, würden eindeutige Fotos von ihm veröffentlicht werden.

Vergangenen Donnerstag berichtete Bezos auf Medium über die Drohungen. Der politische Hintergrund: Der Besitzer des Verlags von Enquirer steht Trump nahe, Bezos besitzt die kritische Washington Post. Anders als Weiner wurde Bezos also Opfer von "revenge porn", also Erpressung durch Nacktfotos. Laut einer Erhebung der US-amerikanischen Cyber Civil Rights Initiative betrifft das übrigens jeden achten Nutzer von sozialen Medien, Frauen häufiger als Männer.

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