Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Matthias Dusini
Medien, FALTER 07/19 vom 13.02.2019

Die 14. Staffel der ProSieben-Show "Germany 's Next Topmodel" hat begonnen. Ganze Wagenladungen von Polemiken und Hassreden auf die Moderatorin Heidi Klum erscheinen dieser Tage und ändern nichts an der Tatsache, dass sich Zehntausende für die Castingshow bewerben. Klum rief "Diversity" zum Motto der Saison aus. Schwarze Kandidatinnen und Transgender- Personen sollen die Phalanx weißer Heteronormativität aufbrechen.

Der Anpassungsdruck ist gewaltig, sodass Abweichungen eher ungewollt wirken. Da gibt es etwa Kandidatinnen, die die Schönheitschirurgie in Anspruch genommen haben. "Sie wollen aussehen wie Instagram-Bilder", erklärte Heidi Klum das Phänomen Botox im Jugendzimmer. Dieser Hang zur Künstlichkeit erinnert auch an die verzerrten Stimmen in der Popmusik, er ist Autotune im Gesicht: Nur nicht erkannt werden. Mit grell pinken Lippen und Militaryhose ist Melissa aus Rosenheim am meisten diverse. Sie formulierte den Satz des Abends: "In der Mode ist alles Ausdruck und nichts Aussage." Ist notiert.

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