Hart und weich zugleich

Mit "Die guten Tage" legt Marko Dinić einen starken Roman über die Folgen von zu viel Nationalismus vor

FEATURE: SEBASTIAN FASTHUBER
Feuilleton, FALTER 09/19 vom 27.02.2019

Die Oma ist gestorben. Lange hat er Belgrad gemieden, nun steigt ein junger Mann Ende 20 in Wien in den Bus und begibt sich auf eine Reise zurück in die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird er den verhassten Vater wieder treffen. Unterwegs rekapituliert er seine eigene Kindheit und Jugend: "Ich liebte Milošević. Ich liebte ihn, weil mein Vater, der Trottel, ihn auch liebte."

Der in Wien lebende und auf Deutsch schreibende Serbe Marko Dinić hat eine balkanische Road Novel geschrieben, die am Vienna International Busterminal in Erdberg beginnt und in einem Randviertel von Belgrad endet. Das Unterwegssein im Bus als Nicht-Ort dient darin als Metapher für eine rastlose Form von Heimatlosigkeit. Viele Passagiere sind Gastarbeiter, die nie zu Österreichern wurden. Sie haben sich am Bau krumm gearbeitet, nun würden sie ihre Pension gern in der alten Heimat genießen. Nur gehören sie dort auch nicht mehr dazu. Dinić geht es ähnlich. In Österreich ist

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  893 Wörter       4 Minuten

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