Theater Kritiken

Hart oder zart: Sag nicht, wer du bist

Theresa L. Gindlstrasser
Lexikon, FALTER 14/19 vom 03.04.2019

Am Land ist es immer finster" lautet der deutsche Titel von Michel Marc Bouchards "Tom à la ferme". Matthias Köhler inszeniert den well-made Psychothrill präzise am Text entlang. Auf der Bühne von Elke Auer ist es meistens finster, ein Erdhaufen wird zum Stall, zum Bett, zum Battlefield. Die Assoziationenen in den Videos von Auer und der Musik von Eva Jantschitsch reichen weit über das Beziehungskammerspiel hinaus. Mit Nicolas Streit als Tom (der nach dem Tod seines Freundes zu dessen Begräbnis aufs Land fährt) und Philipp Plessmann als Francis (der als Bruder des Verstorbenen die heile Welt vor Homosexualität schützen zu müssen meint) stehen sich zwei wundersame Spieler gegenüber. Zwischen zart und hart hat's hier so viele Nuancen. Martina Spitzer setzt in der Rolle der Mutter einen unschuldigen Kontrapunkt.

Theater Nestroyhof Hamakom, Fr, Sa 20.00

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