Ausstellung Tipps

100 Jahre Rotes Wien: Als die Jugend jubelte

Woche, FALTER 15/19 vom 10.04.2019

Den Ausstellungsraum Waschsalon im Karl-Marx-Hof zu besuchen lohnt schon allein wegen der Location. Ab dieser Woche wird dort an ein Highlight der Sozialdemokratie der Zwischenkriegszeit erinnert. Die Sonderausstellung "Heldenplatz '29. Das Rote Wien zwischen Feier und Faschismus" erinnert an das Internationale Sozialistische Jugendtreffen im Juli 1929 in Wien, das anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Roten Wien stattfand. Damals kamen rund 50.000 Beteiligte aus 18 Ländern nach Österreich, sogar aus den USA und dem damaligen "Palästina" reisten junge Gäste an und setzten in einer wirtschaftlich schweren Zeit ein Zeichen der Hoffnung.

Eine noch umfassendere Auseinandersetzung mit der Hochphase der hiesigen Sozialdemokratie folgt Ende April: Das Wien Museum zeigt dann die Ausstellung "Das Rote Wien 1919-1934". Die Besonderheit an der Schau ist, dass sie nicht nur im Musa, dem Ausweichquartier des Wien Museums während des Umbaus, sondern auch an einem Dutzend anderer Orte in der Stadt wie dem Waschsalon, dem Kongressbad oder dem Tanzsaal im Karl-Seitz-Hof stattfindet.

Als die demokratische Arbeiterpartei 1919 im Wiener Gemeinderat die absolute Mehrheit erringt, reagiert sie sofort auf die denkbar schlechten Lebensbedingungen bei der breiten Wiener Bevölkerung. Die größte Herausforderung stellt die Wohnungsnot dar, auf die das Rote Wien mit einer neuen Steuerpolitik und einer dadurch finanzierbaren Bauoffensive antwortet. Die Ausstellung widmet sich unter anderem der Idee des "Neuen Menschen" und der roten Symbolpolitik, geht auf die Wiener Schulreform und das Fürsorgewesen ebenso ein wie auf die neuen Bildungs-und Freizeitmöglichkeiten, von denen die Wienerinnen und Wiener bis heute profitieren.

Waschsalon, Mi (10.4.), 18.30 (bis 22.12.) Wien Museum, ab 30.4.

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