Graus des Meeres

Wiens bekanntestes Kunstwerk im öffentlichen Raum -am Flakturm Esterházypark - wich einer belanglosen Werbeaufschrift


Es ist vollbracht. Der weithin sichtbare Schriftzug "Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht)" wurde mit einer Werbeaufschrift des Hauses des Meeres übermalt. Der Flakturm im Esterházypark selbst, ein Mahnmal des nationalsozialistischen Bombenkriegs, verschwand unter einer belanglosen Glasfassade, die an eine Mercedes-Filiale in der bulgarischen Provinz erinnert.

Der Künstler Lawrence Weiner gestaltete für die Wiener Festwochen 1991 ein Kunstprojekt, das zu den eindrucksvollsten Wortskulpturen überhaupt aufsteigen sollte. Weiner entwirft Sätze, die im jeweiligen Kontext unterschiedliche Bedeutungen entfalten. "Smashed to pieces (in the still of the night)" hätte in einem Fußballstadion anders gewirkt.

Der Flakturm (eigentlich Feuerleitturm) war 1943 gegen die Luftangriffe der Alliierten errichtet worden. Von Zwangsarbeitern erbaut, diente er sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken. Oben registrierten Radarschirme die nahenden Geschwader, unten drängten sich tausende

  370 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Feuilleton-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige