Landrand Ruralismus

Der Hass und das Dagegenhalten


Gerlinde Pölsler

Landleben, FALTER 23/19 vom 05.06.2019

Mit Messern zerfetzt haben unbekannte Täter vergangene Woche die Porträts jüdischer und anderer NS-Überlebender am Wiener Burgring. Eine vom Nationalrat beauftragte Studie konstatierte kürzlich für ein Zehntel der Bevölkerung manifesten und für 30 Prozent latenten Antisemitismus. Zahlen dazu hat auch die Antidiskriminierungsstelle Steiermark: Von den 1005 mutmaßlichen Hasspostings, die User bei der App BanHate gemeldet hatten und die die Stelle im vergangenen Jahr anzeigte, betrafen 30 Prozent das Verbotsgesetz oder antisemitische Inhalte. Das ist ein Plus von 61 Prozent. In einem Onlineforum freut sich da einer über Bilder von Nazis, "wo sie Juden quälen". Vermehrt ist die Rede davon, dass Juden und andere "in die Gaskammer" gehörten. Bereits ein Fünftel ihres Budgets müssten die jüdischen Gemeinden inzwischen für Security ausgeben, sagt ein Vertreter der jüdischen Gemeinde Graz.

Doch es gibt auch eine Zivilgesellschaft, die dagegenhält: Die Menschen, die sich hinsetzen und solche Postings melden. Und jene, die die Porträts in Wien wieder zusammengeflickt und rund um die Uhr Mahnwache gehalten haben.

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