Zeit am Schirm

TV-Kolumne


Matthias Dusini

Medien, FALTER 28/19 vom 10.07.2019

Wenn 22.000 Menschen eine Petition gegen die Verbreitung eines Dokumentarfilms unterschreiben, macht das neugierig. Die ARD strahlte "Elternschule" aus. Jörg Adolph und Ralf Bücheler porträtieren darin den Alltag in der Kinder-und Jugendklinik Gelsenkirchen. Dort werden Buben und Mädchen mit Ess-und anderen Verhaltensstörungen stationär mit ihren Eltern behandelt. Die Kamera folgt den Kindern und Erwachsenen bei Besprechungen und Therapien. Die Ärzte empfehlen die Einübung von Grenzen, die den Kleinen deutlich machen, dass sie durch Schreien nicht alles erreichen. Anhänger einer antiautoritären Erziehung sehen darin den Rückfall in die schwarze Pädagogik und sprechen von Nazimethoden.

Mit diesem Vorwissen achtet man auf Szenen, in denen der böse Doktor die Kleinen züchtigt, vergeblich. Stattdessen sind verzweifelte Familien zu sehen, denen die Ärzte Hoffnung geben. Das Einzige, was man den Filmern vorwerfen kann, ist, dass sie die Bemühungen zu positiv darstellen. Es könnte aber sein, dass es Kinder mögen, wenn sie manchmal "Stopp!" hören. F

Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie jetzt und bleiben Sie mit unserem Newsletter immer informiert.

Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Medien-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige