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Das Ende der Whatsapp-Newsletter


Anna Goldenberg

Medien, FALTER 29/19 vom 17.07.2019

Whatsapp ist der beliebteste Messenger Österreichs, SMS sind längst vergessen. 88 Prozent aller Smartphones haben den Dienst, der zu Facebook gehört, auf ihren Smartphones installiert. Besonders beliebt im deutschsprachigen Raum sind Medien, die Whatsapp nutzen, um Newsletter zu verschicken. Damit ist ab Anfang Dezember Schluss, wie Whatsapp im Juni verkündete. Der Dienst will sich mehr auf private Kommunikation fokussieren. Wer Whatsapp weiter für Newsletter benutze, werde geklagt. Wie gehen Medien damit um? Einmal mehr wird die Abhängigkeit von großen Tech-Portalen deutlich.

Rund 45.000 Whatsapp-Abonnenten hat die Tageszeitung Der Standard. Mehrmals täglich werden Nachrichten mit Links zu aktuellen Artikeln verschickt. "Ich habe seit Tag eins damit gerechnet, dass das kommt", sagt Lisa Stadler, Head of Audience & Traffic Management, die das Service aufgebaut hat. Man befand sich schließlich in einer rechtlichen Grauzone, weil Whatsapp die kommerzielle Nutzung nie erlaubt hatte. Pro Sim-Karte durften Nachrichten an bis zu 256 Nummern gleichzeitig verschickt werden. Medien behalfen sich, indem sie mehrere Sim-Karten nutzten. Es wurden allerdings keine Handys gebunkert, sondern auf Online-Dienste wie Messengerpeople zurückgegriffen, die den Newsletterversand verwalteten. Das Ende von Whatsapp bereite ihr keine "schlaflosen Nächte", sagt Stadler. "Aber es ist schade, weil man die Leser gut erreicht hat." Ähnlich die Stimmung bei Ö3, dessen Whatsapp-Newsletter über 50.000 Menschen abonniert haben. Es sei ein guter Kanal gewesen, um mit den Hörern zu kommunizieren, erzählt Albert Malli, Leiter der Neuen Medien. Man habe viele Zusendungen erhalten. "Was früher die Postkarte war, ist jetzt Whatsapp."

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