Stadtrand Urbanismus

Gewohnheitsrecht zur Fuzo-Befahrung


Tom Rottenberg

Stadtleben, FALTER 29/19 vom 17.07.2019

Beinahe fünf Jahre ist es her, dass Teile der Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone erklärt wurden. Doch zu manchen Autofahrern hat sich das noch immer nicht herumgesprochen: Waren es anfangs angeblich vor allem Touristen und Leihwagenfahrer, die sich mit veralteter Navi-Software plötzlich mitten in der Fußgängerzone befanden oder diese lustig querten, sind hier nun - außerhalb der Lieferzeiten -fast ausschließlich Locals und Taxifahrer anzutreffen. Mit Gründen: Während in der Fußgängerzone radarpistolenbewehrte Bike-Cops (oft genug zu Recht)"Passantenslalom"-fahrende Schnellradler abfangen, weiß jeder Wiener Autofahrer, dass die Gefahr, fürs Fuzobefahren belangt zu werden, gleich null ist.

Derzeit lässt sich das besonders schön beobachten: Aufgrund der U-Bahn-Bauarbeiten kommt man von der Zollergasse zweispurig kaum bis gar nicht auf oder über die Mahü. Prompt beflegeln Autofahrer die Bauarbeiter: Wieso davor nirgendwo Umleitungsschilder stünden. Dem Hinweis aufs Fahrverbot folgt dann in der Regel ein Schulterzucken: "Das interessiert doch seit fünf Jahren genau keinen. Sowas fällt unter Gewohnheitsrecht."

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