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Journalistenbarometer: War früher alles besser?

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Medien, FALTER 29/19 vom 17.07.2019

Früher war alles besser. So bisweilen der Eindruck, unterhält man sich mit Journalisten, die schon mehrere Dekaden in ihrem Job tätig sind. Dieser Befund ist wenig überraschend, schließlich hat die Digitalisierung die Branche ordentlich durcheinandergebracht. Das aktuelle Journalistenbarometer, eine Online-Umfrage unter deutschen, österreichischen und Schweizer Journalisten, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Marktagent.com, bestätigt die Anekdoten: 80 Prozent aller 511 befragten Journalisten geben an, dass die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren schlechter geworden sind. Als 2004 die gleiche Frage gestellt wurde, sagten immerhin 66 Prozent ja.

Die meisten übrigen Antworten sind nicht mit den Vorjahren vergleichbar, da unterschiedliche Fragen gewählt wurden. So sehen knapp 45 Prozent der befragten österreichischen Journalisten -gerade einmal 152 an der Zahl -die Pressefreiheit in Gefahr. In der Schweiz und in Deutschland ist dieser Anteil niedriger.

Interessant auch der Vergleich zur österreichischen Bevölkerung, von der 1000 Personen befragt wurden: Während die Hälfte von ihnen die Veröffentlichung des Ibiza-Videos ethisch vertretbar findet, sind es unter Journalisten ganze 85 Prozent. Eine Diskrepanz, die zu denken geben sollte.

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