Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Murelli Dracola

Schmeckt besser, als das Namenswortspiel vermuten lässt

S N
Stadtleben, FALTER 29/19 vom 17.07.2019

Nachts erwacht er zum Leben, um als Vampir die Stadt unsicher zu machen und ahnungslosen Menschen ihr Blut auszusaugen. So weit, so bekannt ist die Geschichte um den durstigen Untoten aus Transsylvanien. Bram Stokers Graf Dracula würde sich angesichts des laschen Wortspiels des Murelli Dracola aber wohl eher im Grabe umdrehen, als halbvergnügt am Strohhalm zu ziehen, wie er es auf dem schwarz-weiß gehaltenen Murelli-Label tut.

Dennoch verleitet das schlichte, aber doch ansprechende Design der langhalsigen 0,33-Liter-Flasche zum Kauf des koffeinhaltigen Erfrischungsgetränks. Und hat man über die Namensgebung hinweggesehen, überrascht die tiefschwarze Limonade der Brauerei Murau geschmacklich auf allen Ebenen. Denn Dracola schmeckt ein bisschen süßer als seine artverwandten Nebenbuhler, ohne dabei zu aufdringlich zu sein, und die zugesetzte Kohlensäure macht sich nicht nur beim ersten Öffnen des Drehverschlusses bemerkbar: Dracola kribbelt auf der Zunge.

Acht verschiedene Limonaden gibt es derzeit im Sortiment der steirischen Brauerei. Allesamt liebevoll designt und kreativ in puncto Namen und Geschmack. Die Murauer-Cola verspricht laut Website, jede Meute wachzuhalten: "Und dank seiner aufgeweckten Art tut man es dem Dracola gerne gleich -und kriecht auch erst bei Tagesanbruch zurück ins Bett."

Die selbstbewusste Ansage lässt sich auf das Koffein zurückführen. Die Erklärung, wie viel Wachmacher Dracola tatsächlich enthält, bleiben Flasche und Internetauftritt der Brauerei jedoch schuldig. Und ob gewollt oder ungewollt, Murelli schafft es, dass einem ob des Aufbewahrungshinweises "vor Wärme geschützt und dunkel lagern" ein Schmunzeln entkommt.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt

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