Kein Deutsch, keine Hilfe

Die schwarz-blaue Deutschpflicht zum Bezug der Wohnbeihilfe sei eine Diskriminierung, urteilte ein Gericht


BERICHT: NINA HORACZEK

Politik, FALTER 31/19 vom 31.07.2019

Jede Nacht, wenn die Kinder im Bett lagen, schrubbte Frau S. in Büros die Böden und leerte Mistkübel aus. 24 Jahre lang. Heute ist sie 82 Jahre alt und leidet an den Folgen eines Schlaganfalls. Die wenigen deutschen Worte, die sie seit ihrer Ankunft als Gastarbeiterin in den 1970er-Jahren gelernt hat, sind mit dem Schlaganfall verschwunden, und auch im Serbischen tut sie sich seitdem schwer, die richtigen Worte zu finden.

Das Land Oberösterreich strich der Frau trotzdem mit 1. Jänner 2018 die Wohnbeihilfe für ihre 20-Quadratmeter-Wohnung. Die Pensionistin schafft nämlich die Deutschprüfung auf A2-Niveau nicht. Dafür muss man sich auf Deutsch verständigen können, sagen können, woher man kommt, welche Ausbildung man hat, und die Dinge in seiner direkten Umgebung in einfachen Worten beschreiben. Als Putzfrau hat sie das nie gelernt und nach dem Schlaganfall geht es noch weniger.

Seit 2018 wird in Oberösterreich allen Angehörigen von Staaten außerhalb der EU und anerkannten Flüchtlingen

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