Gebrannte Kinder

Rechte Provokateure oder deutsche Hochkultur? Auch nach 25 Jahren weiß die Welt nicht, was sie von Rammstein halten soll. Nächste Woche füllt die Band zweimal das Happelstadion. So politisch wie heute war sie noch nie


LUKAS MATZINGER

FEUILLETON, FALTER 33/19 vom 13.08.2019

Feuer am Dach: Rammstein-Konzerte sind die gegenwärtig größten Spektakel im Rockgeschäft. Das Foto entstand heuer im Juni im Münchner Olympiastadion beim Lied „Sonne“ (Foto: Jens Koch)

Die Show beginnt mit einer Explosion so laut wie Krieg. Schwarzer Rauch über dem Stadion, der unheilvolle Geruch von Salpeter. Aus dem Bühnenboden erscheint der Sänger in Schlangenlederuniform: „Ich kann auf Glück verzichten / Weil es Unglück in sich trägt.“ Zehntausende jubeln.

Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung tourt die Berliner Rockgruppe Rammstein erstmals durch die großen Stadien des Kontinents. Seit Mai haben das mehr als 1,2 Millionen Menschen gesehen. Die letzten Konzerte des Jahres spielen sie am 22. und 23. August im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Karten gibt es keine mehr.

Der Spritverbrauch der Show ist enorm, es flammt und schießt nach allen Regeln der Bühnentechnik. Fontänen wie Hochhäuser, Mikrofone, Gitarren, Menschen, alles brennt. Ein Aggregat besorgt den Strom, damit den umliegenden Häusern nicht das Licht ausgeht. Opulent wäre eine Verniedlichung, die Show ist total.

  2600 Wörter       13 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Feuilleton-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige