Adorno über Rechtsradikalismus: "Niemand will ein Dummer sein,oder, wie man in Wien sagen wird, niemand will die ,Wurzen' sein"

Klaus Nüchtern
Feuilleton, FALTER 33/19 vom 14.08.2019

Das Wieder-groß-sein-Wollen war auch damals schon aktuell: "Deutschland muß wieder obenauf kommen", hieß es, und Theodor W. Adorno ordnete dieses Gefühl in seinem Vortrag "Aspekte des neuen Rechtsradikalismus" vor allem Menschen zu, die "so als Fünfzehnjährige um 1945 den Zusammenbruch erlebt haben".

Das Neue am Rechtsradikalismus waren weder seinen ideologischen oder sozialpsychologischen Aspekte, die noch stark im Nationalsozialismus und in dem wurzelten, was Adorno und das Institut für Sozialforschung bereits im amerikanischen Exil als "autoritären Charakter" bestimmt hatten, sondern in der politischen Institutionalisierung. 1964 war die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) gegründet worden und als rechtsextreme Sammlungsbewegung durchaus erfolgreich: 1968 zog sie in sieben Landesparlamente ein, bei den Bundeswahlen im Jahr darauf scheiterte sie nur knapp. Als Ursachen für diesen Zuspruch machte Adorno unter anderem den Verlust der Souveränität des Nationalstaates

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