Facts, Fakes und die Zukunft der Medien

Warum Parteipropaganda, Populismus und Social-Media-Giganten den Journalismus unter Druck setzen. Und warum wir die öffentliche Arena zurückerobern müssen. Ein Blick ins letzte Vierteljahrhundert

Florian Klenk
MEDIEN, FALTER 36/19 vom 03.09.2019

Illustration: Georg Feierfeil

Beginnen wir diese Geschichte über Medien, Politik und Pressefreiheit im Jahr 1991. Das ist noch gar nicht so lange her und doch war die Welt damals eine völlig andere – zumindest für uns Journalistinnen und Journalisten.

Beamen wir uns zurück in jenes Jahr, vielleicht erinnern Sie sich: Zwei Wanderer hatten den Ötzi gefunden, in der Sowjetunion gab es den Putsch gegen Gorbatschow und bei uns regierte Franz Vranitzkys SPÖ mit 44 Prozent. Wir waren noch lange nicht Mitglied der EU, ein Knirps namens Sebastian Kurz besuchte den Kindergarten, und in den USA betrat der Zahnarztsohn Mark Zuckerberg die erste Klasse. Noch etwas war bemerkenswert: Es gab in den Haushalten kein Internet, aber manchmal noch Vierteltelefone.

1991 war für mich ein wichtiges Jahr, denn da verfasste ich meinen ersten Zeitungsartikel, kurz nach der Matura war das. Ich erzähle meinen Studierenden an der Fachhochschule für Journalismus gerne, wie man damals Nachrichten an ein Massenpublikum verbreitete. Ich besaß nur einen C64 (mit 64 KB Speicher), ich schrieb also, so wie Generationen vor mir, auf einer Schreibmaschine, dann faxte ich den mit Tipp-Ex korrigierten Text vom Postamt Eichgraben, wo ich wohnte, in die Redaktion des Kurier.

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  2673 Wörter       13 Minuten

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