Am Puls?

Teuer vermarktbare Werbeflächen und staatliche Förderungen in Millionenhöhe. Die Privaten wetteifern um den Status des Austro-CNN. Mit Puls 24 geht ein neuer Sender vor allem gegen Wolfgang Fellner in die Arena

VIKTORIA NEDWED
MEDIEN, FALTER 37/19 vom 10.09.2019

Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet den neuen Privatsender Puls 24 mit einem symbolischen Knopfdruck (Foto: Puls 24)

Wie funktioniert liberale Demokratie?“ Bundespräsident Alexander Van der Bellen steht an einem Rednerpult in violettes Licht getaucht. Er spricht über die Bedeutung von unabhängigem Journalismus, Medienfreiheit und unbefangenen Journalistinnen und Journalisten. Ein Nicken in die applaudierende Runde. Standing Ovations kommen zurück. Ein Countdown setzt ein – 4, 3, 2, 1. Van der Bellen drückt auf den pinken Buzzer vor sich. Jubel. Österreich hat einen neuen Nachrichtensender. Am vergangenen Sonntag erhielt die ProSiebenSat.1-Puls-4-Gruppe Zuwachs: Puls 24.

Der neue Kanal soll ein reiner Nachrichtensender sein und rund um die Uhr informieren. In der Unterzeile laufen die Schlagzeilen durch. Dazwischen Talk-Formate, derzeit entsprechend wahlkampflastig. Am Dienstagabend etwa diskutierten Quereinsteiger wie Helmut Brandstätter (Noes), Sibylle Hamann (Grüne) und Julia Herr (SPÖ) für die Nationalratswahl im September über Wasserprivatisierung, Inseratenpolitik und flexible Arbeitszeiten.

Das Feld des 24-stündigen Nachrichtensenders mit Livestudio hat in Österreich seit 2016 Wolfgang Fellner mit Oe24-TV besetzt. Mit dem ersten bundesweiten Nachrichtensender gibt er seither eine Art Schmalspur-CNN mit Stammtischatmosphäre. Puls 24 geht jetzt mit ähnlichen Konzepten an den Start und will Fellner das Feld nicht überlassen. Es geht auch um Werbeplätze. Und um Fördermillionen, die seit kurzem winken.

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