Strahlkraft der Schwärze

„Der dritte Mann“ hat nicht nur die Kulisse der zerstörten Stadt genutzt, sondern auch das Wien-Bild der Nachkriegszeit geprägt. Ein Schwerpunkt aus Anlass des 70. Geburtstags

KLAUS NüCHTERN, MICHAEL OMASTA
FEUILLETON, FALTER 37/19 vom 10.09.2019

Foto: akg-images / picturedesk.com

Wien nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Tummelplatz für Unterweltler, Schieber und Hausmeister. Holly Martins, amerikanischer Westernheftautor, macht sich in der von den Alliierten kontrollierten Stadt auf die Suche nach Harry Lime, einem alten Freund aus besseren Tagen, und stolpert dabei unversehens in einen lebensgefährlichen Kriminalfall.

Schlicht alles an „The Third Man“, diesem Wienfilm aller Wienfilme, der vor 70 Jahren Premiere hatte, ist perfekt: die Regie von Carol Reed, das Script von Graham Greene, die tiefschwarze Kameraarbeit von Robert Krasker, die Zithermusik von Anton Karas und, nicht zu vergessen, das Darstellerensemble: Joseph Cotten, Valli, Trevor Howard, Orson Welles, plus eine Handvoll heimischer Publikumslieblinge. Selbst die Ruinen von Wien spielen ihre Rolle perfekt.

Der britisch-amerikanische Kriminalfilm war die erste internationale Großproduktion, die im Nachkriegswien entstand. Gedreht wurde von Ende Oktober bis Mitte Dezember 1948, anschließend ging der Film in London für mehrere Woche in die Isleworth und Shepperton Studios. Trotz seines undurchsichtigen Plots, des Bruchs mit der alten Walzerseligkeit im hiesigen Kino und eines gewagten Unhappy Endings wurde „The Third Man“ zu einem triumphalen Erfolg an der Kinokasse.

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