Dem Pendler auf der Spur

Vom Ausbau des Schienenverkehrs in der Ostregion sollen vor allem Pendler profitieren. Wie ist es, täglich bis zu drei Stunden im Auto oder Zug zu sitzen? Unterwegs im Frühverkehr

Viktoria Nedwed
LANDLEBEN, FALTER 43/19 vom 22.10.2019

Foto: Viktoria Nedwed

Dienstagmorgen am Hauptbahnhof St. Pölten, Bahnsteig 3. Der Stundenzeiger der Bahnhofsuhr steht auf sechs. Mit großen Rucksäcken und Handtaschen bepackte Menschen warten geduldig auf den nächsten Zug Richtung Wien. Ihren Gesichtern sieht man die frühe Uhrzeit nicht an. Sie sind hellwach. „Der Autoreisezug nach Wien Hauptbahnhof verspätet sich um zehn Minuten. Grund dafür ist eine Störung am Zug“, schallt es aus den Lautsprechern. Nach einem Blick auf die Uhr lässt sich eine Frau auf die Bank nieder. Den früheren Zug hatte sie verpasst, Verspätungen ist sie gewohnt. Sie ist Pendlerin.

Pendlerinnen und Pendler waren im Wahlkampf Dauerthema. Keine TV-Diskussion kam ohne sie aus. „Man darf Pendler und Autofahrer nicht bestrafen, weil sie in Wien nicht im ersten Bezirk wohnen“, rechtfertigte ÖVP-Chef Sebastian Kurz den Kurs seiner Partei gegen eine CO2-Steuer. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner nahm „Pendler aus dem Waldviertel“ in Schutz und sprach sich ebenfalls gegen eine solche Steuer auf nationaler Ebene aus.

Um ihre Position gegen klimaförderliche Maßnahmen zu rechtfertigten, zeichneten die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten das Bild des sozial benachteiligten Pendlers, der keine andere Wahl hätte, als mit dem Auto zu fahren. Natürlich gibt es solche Pendler, aber nicht nur.

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