Pratzen weg von der Tastatur!

Christchurch, München, Halle und jetzt London: Journalisten, aber auch Bürger in sozialen Medien spielen Terroristen nach den Anschlägen in die Hände. Was machen sie falsch? Und wie geht es richtig? Ein Gespräch mit dem Terrorforscher Peter R. Neumann

Florian Klenk
MEDIEN, FALTER 49/19 vom 03.12.2019

Foto: Florian Klenk

Terroristen suchen die Öffentlichkeit. Aber wie soll die Öffentlichkeit mit Terroristen umgehen? Nach jedem Anschlag – zuletzt vergangene Woche in London – debattieren Journalisten, wie man über Attentate berichten soll. Sollen Name und Gesicht des Mörders gezeigt, ihre Statements veröffentlicht werden? Oder gibt man Terroristen damit eine Bedeutung, die sie gar nicht verdienen? Peter R. Neumann, 45, Terrorforscher in London, hat sich mit den Medienstrategien von Attentätern aller politischen Richtungen eingehend auseinandergesetzt. Der Direktor des International Centre for the Study of Radicalisation am Londoner King’s College wertete für seine Forschung unter anderem auch die Facebook-, Twitter- und Instagram-Profile von Briten aus, die als Dschihadisten in Syrien und dem Irak kämpfen. Vergangene Woche trat Neumann beim Mediengipfel in Lech auf, wo auch dieses Interview geführt wurde.

Falter: Herr Neumann, immer wieder herrscht nach Terroranschlägen – zuletzt vergangene Woche in London – große Verunsicherung unter Medien, wie man über Terrorismus so berichtet, dass man ihn nicht befeuert. Was raten Sie den Medien?

Peter R. Neumann: Beim Terror ist die Medienwirkung Teil des Effekts. Es geht Attentätern nicht ausschließlich darum, Menschen umzubringen, sondern es geht um den psychologischen Effekt der Verunsicherung. Den schafft der Terrorist nur, indem seine Tat einem Zielpublikum zugeführt wird. Die Medien werden als Mitspieler aktiviert.

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