Genderklamauk, wie aus der Pistole geschossen

Bei ihrer ersten Wiener Galerienausstellung tritt Jakob Lena Knebl als Teppichkünstlerin der Hippie-Ära auf

KRITIK: NICOLE SCHEYERER
FEUILLETON, FALTER 04/20 vom 22.01.2020

Von dem Teppich an der Galeriewand hängen zwei lila Wollbüschel herunter. In ihrer Überlänge wirken die Fäden deplatziert, too much, beinahe aufdringlich. Trotzdem möchte man die dunkle Fläche aus Wolle berühren. Wie tief die Finger wohl einsinken würden?

Das Ungetüm von einem Teppich hängt am Beginn der aktuellen Schau Jakob Lena Knebls in der Galerie Kargl. Die queere Künstlerin, Jahrgang 1970, wurde durch Fotos bekannt, bei denen sie ihren nackten, fülligen Körper mit Gemälden von Picasso und Mondrian bemalen ließ.

Ihre erste Galerienschau hierzulande betitelt Knebl mit "Ruth Anne". Mit diesem Namen führt sie eine neue Persönlichkeit in ihren bunten Gender-Kosmos ein: eine fiktive Textilkünstlerin aus der Hippie-Ära, die nun wiederentdeckt werden soll.

Wer Kunst sagt, muss bei Knebl auch Design sagen. Schon in ihrer fulminanten Schau 2017 im Mumok zeigte sie Sammlungsstücke in einem häuslichen Ambiente. Dort wurden moderne Klassiker mit Möbeln, Lampen und Nippes arrangiert

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