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"Stopp Corona"-App: Eine österreichische Lösung

MEDIEN, FALTER 14/20 vom 01.04.2020

Es ist schwierig, es allen recht zu machen. So erging es dem Roten Kreuz Ende vergangener Woche, als seine funkelnagelneue "Stopp Corona"-App in Betrieb ging. Das Virus zu stoppen scheint da wirklich watscheneinfach zu sein: Die App ist schnell am Smartphone installiert und ortet mittels Bluetooth und Ultraschalltönen Handys, die in der Nähe sind und ebenfalls die App aktiviert haben. Dann bestätigt man manuell den "digitalen Handshake". Wer sich mit Corona angesteckt hat, so die Idee, meldet es der App, die dann die Kontakte der letzten 48 Stunden anonym informiert.

Über 77.000 Downloads verzeichnete man laut Rotem Kreuz allein am ersten Wochenende. Auch Datenschutzexperten sind von der App angetan -vielleicht sogar ein bisschen zu sehr: Max Schrems von der Datenschutz-NGO NOYB stellte auf Twitter den Mehrwert der App infrage, da das Tracking der Kontakte aktiv erfolgen muss: Die meisten Leute würden nicht "24 Stunden hier auf der App Leute suchen und sich verbinden". In diesem Fall sei ein automatischer Handshake - mit besserer Verschlüsselung - sinnvoller. Dem Vernehmen nach ist genau dieses "Upgrade" demnächst geplant, in einer dritten Version soll die App dann auch vorwarnen, wenn jemand nur vermutet, erkrankt zu sein. Und auch entwarnen, wenn es nicht so war.

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