Frühlings Erwachen

Picknicks, Pfandleiher und Baumärkte: Zögerlich trauen sich die Wiener zurück in ihre Leben. Der Shutdown hat die Stadt und die Menschen verändert

LUKAS MATZINGER
STADTLEBEN, FALTER 17/20 vom 22.04.2020

Das entlaufene Raubwild fürchtet sich draußen, das Kleinkind zittert sich zaghaft aus seinem Gitterbett, der gewesene Häftling fremdelt mit der neuen Freiheit. Manchmal ist der Geist des Aufbruchs schöner als der Aufbruch selbst - nicht jede abgelegte Fessel war gar so eng.

Seit einer Woche ist der harte Shutdown Österreichs Geschichte. Nach einem Monat des Verbots und Vermeidens ließ die Regierung Parks und die meisten Geschäfte öffnen. Mit verengten Lidern verlässt der Wiener nun seinen Bau und traut sich auf Zehenspitzen zurück ins Leben. Zögerlich reichern die Menschen ihr Verhaltensrepertoire wieder an, nach dem verlängerten Winter wirkt der Möglichkeitsraum Stadt unendlich groß. Der Beginn einer Ära, die der Bundeskanzler "neue Normalität" nennt.

Die Jugendbande vor dem Fenster findet wieder zueinander, Obdachlose suchen im Strauchwerk nach versteckten Habseligkeiten. Das Geschäft der Grasdealer am Donaukanal läuft langsam an, ohne Fitnesscenter und Sportplätze gibt

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  1498 Wörter       7 Minuten

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