Stadtrand Urbanismus

Trotz Absage lief Wien den Marathon

Tom Rottenberg
STADTLEBEN, FALTER 17/20 vom 22.04.2020

Wenn eine Stadt auf "ihren" Marathon verzichten muss, ist das eine Tragödie mit vielen Gesichtern. 40.000 Läuferinnen und Läufer -egal über welche Distanz -sind ein Wirtschafts-, Image-und Tourismusfaktor. Dass Eliud Kipchoge im Herbst hier als Erster die 42,2 Kilometer unter zwei Stunden lief, machte Wien weltweit als "Laufstadt" zum Begriff. Und der Lockdown macht nun auch den Wienerinnen und Wienern Beine (das tut er in jeder Stadt.).

Am Sonntag wäre dann Wien-Marathon gewesen. Wäre: Laufevents gibt es derzeit nirgendwo. Für Menschen, die monatelang gezielt auf den "VCM", den Vienna City Marathon, hintrainiert haben, ein harter Schlag: "Wofür bin ich so viel gerannt?"

Doch in der Krise erkennt man, was wirklich zählt: Das Event ist nur lustiges Beiwerk. Die Medaille ein schönes, aber doch Staub ansetzendes Gimmick. Was zählt, ist die Freude an der Bewegung. Der Stolz auf das, was man schafft.

Am Sonntag liefen Dutzende, vielleicht Hunderte ihren persönlichen VCM: Marathon, Halbmarathon, Staffel. Überall in der Stadt. Ein gutes Zeichen: Denn Resignation und Verzweiflung sehen anders aus.

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