Über Modelle, Prognosen und die Realität von Covid-19

Gastkommentar | Warum Modellrechnungen keine Glaskugel sind und der in der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannte Faktor R0 zum Krisenmanager wurde.

Joachim Hermisson, Magnus Nordborg, Mathias Beiglböck, Philipp Grohs, Walter Schachermayer
29.04.2020

Österreich hat – mit Glück und Verstand – die erste Phase der Corona-Epidemie gut gemeistert, was der internationale Vergleich zeigt. In den ersten Wochen hat dabei das Virus den Zeitplan diktiert. Erst in den letzten Tagen, bei sinkenden Fallzahlen, war es möglich, die Situation mit besserer Datenlage zu reflektieren. Dazu gehörte in den Medien die Frage, auf welcher Grundlage die Entscheidungen der Regierung getroffen wurden.

In Gremien und Kommissionen sind viele Stimmen und Positionen zu Wort gekommen. Eine dieser Stimmen war dabei von uns, einer Gruppe von Mathematikern der Universität Wien sowie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Bei der Darstellung unserer Zusammenfassung zur Pandemie-Entwicklung kam es auch zu Missverständnissen, die wir im Sinne transparenter Diskussion aufklären wollen.

Am 25. März wurden zwei der Autoren (Mathias Beiglböck und Walter Schachermayer) zu einer Sitzung des Bundeskanzleramts eingeladen, um die rasante Entwicklung aus mathematischer Sicht zu beleuchten. Zu diesem Zeitpunkt war die bei weitem wichtigste Entscheidung der Pandemie-Bekämpfung, der rasche „Lockdown“ am 16. März, bereits vollzogen, die Auswirkungen waren jedoch noch nicht klar. Weitere Entscheidungen (wie die Maskenpflicht) standen an.

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  1203 Wörter       6 Minuten

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