Eingesperrt im Pflegeheim

Die Corona-Pandemie trifft vor allem die Alten: Sie werden zum eigenen Schutz isoliert. Angehörige machen nun Druck

BERICHT: FLORIAN KLENK UND LUKAS MATZINGER
Politik, FALTER 19/20 vom 06.05.2020

Sabine Vieth hatte es wochenlang versucht. Aber das von der Caritas verwaltete Haus Schönbrunn blieb hart, denn der Gesetzgeber verlangte es so: Nein, sie darf ihren an Demenz erkrankten Mann Bodo, 77, nicht besuchen. Zu groß ist die Ansteckungsgefahr. Selbst im weitläufigen Garten durfte Vieth ihren Mann nicht sehen. Nur eine Stunde Skype-Gespräch pro Tag waren möglich. "Bodo, ich darf dich wegen des Virus nicht besuchen", erklärte Vieth ihrem dementen Mann. Es war eines ihrer letzten Gespräche in ihrer 25 Jahre währenden Ehe.

Vergangene Woche verstarb Bodo im Pflegeheim. "Wie unmenschlich ist das?", klagt Vieth. "Wir Alten können uns nicht wehren."

Patienten-und Volksanwaltschaft hören gerade viele solcher Geschichten von Angehörigen. Über Nacht wurden Heimbewohner vom sozialen Leben abgeschnitten, kaserniert und de facto in den Stubenarrest verbannt -zum eigenen Schutz. Gabriele K. aus Wien etwa erzählt dem Falter, wie ihrer 78 Jahre alten Mutter und ihrem um ein Jahr älteren

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  533 Wörter       3 Minuten

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