Corona

"Sie sind auf einer Parkbank gesessen"

Stadt Wien und Polizei verlieren im Kampf gegen Corona das Augenmaß. Das trifft auch die Ärmsten

AKTENSTUDIUM: FLORIAN KLENK
Politik, FALTER 19/20 vom 06.05.2020

Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl lud den Falter Anfang April zu einem Interview. Die Polizisten, so mahnte er, sollten nicht "wegen jeder Kleinigkeit Anzeige erstatten". In sozialen Medien wurde Unmut über das Vorgehen seiner Exekutivbeamten laut. Mit Lautsprecherwagen rollten sie über Rathausplatz und Jesuitenwiese und befahlen Bürgern, die ein bisschen Luft schnappten, nach Hause zu gehen. Auf dem Bankerl zu sitzen sei gegen das Gesetz, hieß es plötzlich. Dann ertönte Rainhard Fendrichs Schnulze "I Am from Austria".

Wer nicht folgte, wurde bestraft. Auf dem Treppelweg des Donaukanals etwa wurde Werner H. beamtshandelt. Sein Vergehen? Der Mann saß auf einer Parkbank und lernte Vokabel. "Sie sind längere Zeit auf einer Parkbank gesessen und haben aufgrund des regen Fußgängeraufkommens am Donaukanal nicht den notwendigen Abstand von einem Meter zu anderen Personen eingehalten", klopften die Polizisten in eine Anzeige. Anstatt den juristischen Schmafu in die Rundablage zu

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  753 Wörter       4 Minuten

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