Der Plan der Alma Zadić

Warum die Justizministerin ihr Ministerium umbaut und den mächtigen Sektionschef Christian Pilnacek in seinen Kompetenzen beschneidet

Florian Klenk
26.05.2020

Es gibt spannende Neuigkeiten aus dem Justizministerium. Die grüne Justizministerin Alma Zadić wird ihr Haus neu organisieren. Das erfuhr der Falter aus Regierungskreisen. Der Job des mächtigen Beamten Christian Pilnacek, Sektionsleiter für Straflegistik und Weisungen, wird gesplittet, beide Spitzenjobs werden neu ausgeschrieben. Das ist nicht nur für Justiz-Feinspitze eine gute Nachricht, sondern auch für die Republik und die Korruptionsbekämpfung. Warum?

Der bürgerlich-liberale Christian Pilnacek versammelt in seiner Sektion sehr viel Macht, manche sagen zu viel. Als Legist musste er auf dem politischen Parkett mit Justizpolitikern verhandeln können, er sucht auch die Nähe zur Politik, besucht gerne die informellen Treffen der Mächtigen. Er gießt in Paragrafen, was Abgeordnete und die Regierung wollen.

Pilnacek führt aber auch die Weisungssektion. Er beaufsichtigt also alle Staatsanwälte dieses Landes. Auch die Oberstaatsanwälte und die Korruptionsstaatsanwälte. Jede Anklage in clamorosen Causen geht buchstäblich über seinen Tisch, ehe sie die Ministerin und ihren Weisungsrat erreicht. Wie man aus Dienstbesprechungsprotokollen weiß, scheut er auch vor lautstarken Zurechtweisungen nicht zurück. Er nimmt also Einfluss.

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  552 Wörter       3 Minuten

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