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IT-Kolumne

ANNA GOLDENBERG
Medien, FALTER 23/20 vom 03.06.2020

Vor knapp 20 Jahren war ich eine der Ersten in meiner Schulklasse, die ein Nokia 3310 besaßen. Dank Snake 2 galt ich als Trendsetterin. Bei vielem, was danach kam, von Facebook-Account bis Smartphone, von Instagram bis Signal, erreichte ich nicht einmal mehr einen Stockerlplatz in Sachen Pionierarbeit. Lieber blieb ich beim Alten, bis es gar nicht mehr anders ging. Warum? Weil ich bevorzugt mit Distanz abwartete, bis klar war, ob das Neue etwas taugte. Das redete ich mir zumindest ein.

Tatsächlich aber mochte ich Veränderungen einfach nicht besonders. Ein Artikel auf Medium lieferte mir nun eine wissenschaftliche Erklärung dafür. Er sah sich an, warum Erneuerungen bei Benutzeroberflächen, beispielsweise bei Google-Produkten, so unbeliebt sind. Ein Grund dafür ist, dass Designer den Nutzen ihrer Produkte für die Konsumenten überschätzen. Zudem gibt es den Besitztumseffekt: Was wir bereits besitzen, ist für uns wertvoller als Neues. Ganz klar: In meinem Fall ist das die Bezeichnung "Trendsetterin". Die gebe ich nicht mehr her.

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