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Kritik an anhaltender Kurzarbeit im ORF

BARBARA TÓTH
Medien, FALTER 23/20 vom 03.06.2020

Fußballfans mag es freuen, andere irritiert es. Der ORF hat sich 15 Livespiele der Fußball-Bundesliga gesichert und gibt dafür fünf Millionen Euro an den Rechteinhaber Sky aus. Und das, obwohl seit April 570 der 3000 Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Senders in Kurzarbeit sind. Wie geht sich das aus, viel Geld für Fußballrechte lockermachen und gleichzeitig vom Staat Förderung für Kurzarbeit bekommen? Die grüne Mediensprecherin Eva Blimlinger -die gerne gegen die Regierungslinie bürstet -hat das schon vor Tagen kritisiert. Sie stört weniger, dass der ORF -immerhin durch öffentliches Geld subventioniert -Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt, als dass der Kulturauftrag des ORF damit nicht erfüllt werden könne.

Aus dem ORF heißt es auf Falter-Anfrage, dass die Kurzarbeit laufend reduziert wird. So seien im ORF3 derzeit überhaupt keine Kulturmitarbeiter betroffen, weil mit "Wir spielen für Österreich" eine ganze Sendereihe zusätzlich gestaltet würde. Wo immer Events und Konzerte stattfänden, etwa bei den Salzburger Festspielen oder in Grafenegg, würde berichtet. Aber weil große Ereignisse wie die Bregenzer Festspiele nicht stattfänden, "muss der ORF aus gesetzlichen und sozialen Gründen Kurzarbeit weiter in Anspruch nehmen".

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