"Die Menschen arbeiten ohne Wissen um ihre Rechte auf dem Feld"

POLITIK, FALTER 26/20 vom 24.06.2020

Die Gewerkschaft PRO-GE kennt die schwierige Lage der Erntehelfer. Der Fall Sulzmann sei trotzdem überraschend, sagt die stellvertretende Bundesvorsitzende, Klaudia Frieben.

Falter: Frau Frieben, die PRO-GE hat 2014 die Kampagne "Sezonieri" für Erntehelfer gegründet. Warum?

Klaudia Frieben: Wir haben gesehen, dass die Zustände vielerorts nicht gut waren. Viele Menschen arbeiten ohne Wissen um ihre Rechte auf den Feldern. Wir wollen diesen Menschen eine Stimme geben.

Was machen die Aktivisten von "Sezonieri"?

Frieben: Jetzt, während der Erdbeerund Spargelernte, gehen sie auf die Felder. Wir arbeiten mit Broschüren in sieben Sprachen, die wir verteilen. Wichtig ist zum Beispiel der Arbeitsstundenkalender, damit die Erntehelfer ihre reale Arbeitszeit dokumentieren können. Sie haben Angst um ihre Arbeitsplätze, die meisten wollen nicht reden.

Haben die Zustände in Mannsdorf Sie überrascht?

Frieben: Ja, eigentlich schon. Wir wissen, dass nicht alles gut läuft, aber einen solchen Fall hatten wir bislang noch nicht. Es fehlen die Kontrollen. Und die Bauern wollen auch nicht unbedingt, dass man ihnen reinschaut. Wir haben aber schon die nächste Anzeige auf dem Tisch.

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